Fünf Anläufe, nicht Schritte, über Gedichten gedacht
17. April 2001 | Von
Ron Winkler | Kategorie: poetik
das Gedicht ist der Raum eines heiligen Stotterns.
das Gedicht (an sich) befindet sich auf der Schattenseite einer Definition. es ist Subraum, Zurückgelegtes, Abgeworfenes, ein mit sich ver- und überspultes Tonband, Möbiusfläche.
wenn man Lyrik zu fassen versucht, betritt man einen Raum ums Oder. was Lyrik ist, wird kaum holistisch zu erklären, in eine Abfolge von Sentenzen zu bringen sein. Erklärungen kommen nicht ohne vielstellige Wortanläufe aus.
das Gedicht erweist sich immer wieder als Gespinst. Sem-spinst. Zeichendreher. Zeitquerer. es ist in Beschleunigung oder -ruhigung. ein überfremdeter überfremdender Schutt Mosaik Körper. Hirnbirg oder Augenwerk. Erfahrungs-Wieder-Arena. Katasterstelle. Weltstelzung (Spelzung) Zunge.
für den Dichter wichtig, um weiterleben zu können. nach einer abgeschlossenen Suche eine neue zu beginnen, oder eine unbeendete fortzuführen. die Suche neu zu sichten.
| 2.5 |


