poetik

DAS GEDICHT GEHT DURCH EINEN KÖRPER UND GRÜSST NICHT MAL

16. Dezember 2002 | Von Björn Kuhligk | Kategorie: poetik

(man schreibt nur mit den poren gut)
1. das gedicht ist arbeit und boden. manchmal kann es kapital werden. niemals kann es ein aktienfonds werden. dafür ist es zu unbedeutend.
2. das gedicht fragt nicht. man geht nicht darauf zu. es geht nicht auf einen zu. es wird geschrieben.
3. das gedicht ist zettelkasten oder reflex. es ist [...]



KONTEXTE

16. Dezember 2002 | Von Monika Rinck | Kategorie: poetik

KONTEXTE: eine seite umblättern. ein anderes gedicht. das neue gedicht schafft sich seinen kontext, aus einer adverbialen fügung, aus einer privaten etymologie, die stark genug ist, einen rahmen zu schaffen. aus dem plötzlichen aufruf des einzelnen worts und seiner verkettung soll die antwort auf die frage werden: wo sind wir. obwohl gedichte sprache nicht vorrangig [...]



Polemische Poetik

17. Juni 2001 | Von Herbert Braun | Kategorie: poetik

Poetik? Das klingt nach Theorie und Lyrik, damit habe ich nicht viel zu tun. Die Theorie ist ein Afterphänomen der literarischen, der künstlerischen Praxis; wer das Gegenteil behauptet, ist ein habilitierter Sonntagsreimer oder ein Lügner. Wo liegt also der Sinn der Übung? Nach 15 Jahren Schreibpraxis voller Widersprüche und Widerrufe mag der Zeitpunkt für eine [...]



Fünf Anläufe, nicht Schritte, über Gedichten gedacht

17. April 2001 | Von Ron Winkler | Kategorie: poetik

das Gedicht ist der Raum eines heiligen Stotterns.
das Gedicht (an sich) befindet sich auf der Schattenseite einer Definition. es ist Subraum, Zurückgelegtes, Abgeworfenes, ein mit sich ver- und überspultes Tonband, Möbiusfläche.
wenn man Lyrik zu fassen versucht, betritt man einen Raum ums Oder. was Lyrik ist, wird kaum holistisch zu erklären, in eine Abfolge von Sentenzen [...]



EIN PAAR KURZE BEHAUPTUNGEN DARÜBER WIE EIN GEDICHT SEIN SOLLTE

16. März 2001 | Von Daniel Falb | Kategorie: poetik

1 Lyrik ist natürlich zusammengesetzt, sowohl was die Herstellung als auch was die Rezeption angeht. Und wenn man versucht, poetologische Aussagen zum Gedicht zu machen, d.h. wenn man eine Art Theorie des guten Gedichts aufstellen will (darum geht es letztlich), hat man es sofort mit einer vor allem sozialen Gemengelage zu tun, in der man [...]