poetik

apotheose

6. Mai 2004 | Von Ernesto Castillo | Kategorie: poetik

–: das gedicht macht weiter. überbordendes, daseinsparlando. man geht durch eine bar. man lernt ein mädchen kennen. man geht vorüber. was solls. alle die seelig gesprochenen namen. eine biografie, ein geschwätz mehr. das ewig dröhnende: ich – und keine pause in sicht –: die maschine ich, das licht ich, der lärm ich, der gestank ich, [...]



Gedichte wachsen in Ausschnitten von …

9. Oktober 2003 | Von Birte Wolmeyer | Kategorie: poetik

außen.
Gedichte sind die Plastiken, von denen man glaubt, sie seien Skulpturen.
Sie sind flüchtige, gierige Gebilde, sind die Wunderkugeln am Kiosk, mit leuchtenden, wechselnden Farben und einem manchmal zähen Kaugummi im Inneren, von dem man nicht weiß, ob sein Geschmack in ihm, im mahlenden Esser oder sonstwo liegt.
Dichtung plappert, zitiert, einem Papagei ähnlich, der tatsächlich sprechen [...]



Grund

18. Mai 2003 | Von Einat Davidi | Kategorie: poetik

Es gibt keinen Grund, die Wahrheit zu entdecken
Es gibt keinen Grund, schön zu sprechen und Fehler zu vermeiden
Es gibt keinen Grund, schön zu schreiben und nicht von den Seiten abzuweichen
Es gibt keinen Grund, ein Synonymwörterbuch zu benutzen
Es gibt keinen Grund, vom einen Ufer zum anderen zu gehen. Die Wiese dort ist nicht grüner, und die [...]



Gedanken zu einer bürgerliche Poetik.

15. Mai 2003 | Von Steffen Popp | Kategorie: poetik

(aus den Fragmenten: Lyrischer Eigensinn. Die geistige Heilschleife. Sänger des Neckar.)
Vergebens rühre ich manchmal an die Dinge;
immer träume ich das Element.
[Gaston Bachelard, Poetik des Raumes.]
Zunehmend fällt es mir schwer, das Gedicht zu vermeiden. Alles erscheint hier identisch, nutzlos und offen, und wie jede Sprache vor allem ein Mittel, das Leben auf Abstand zu halten. Eine [...]



Aphorismen, Fragmente, Passagen.

9. April 2003 | Von Franz Josef Czernin | Kategorie: poetik

[Aus: Einführung in die Organik]
poetik: gäbe es ein einziges gedicht, das in keiner hinsicht seinem gegenstand gleicht,
dann wären alle anderen dinge überflüssig geworden.
identität: ein einziger unterschied, der tatsächlich - also in jedem sinn des wortes - gemacht wird, ruft alle anderen hervor.
alle menschen sind sterblich: wie oft muss der sinn dieses satzes noch übertragen werden, [...]



Dreh Gedanken zum Gedicht

3. März 2003 | Von Ulrike Draesner | Kategorie: poetik

Vielleicht ist alles in der Welt gedreht? Atome, Moleküle, Kristalle ebenso wie Schneckenhäuser oder Zweige in ihrem Ansatz am Baum. In Spiralen wickeln sich die aus den Wirbeln kommenden Nerven zu Arm und Bein. Das Spermium dreht sich durch den Eileiter, vom Augenblick der Zeugung an wachsen wir in Symmetrien und Spins. Planeten, Sterne und [...]



Eine Poetik

7. Februar 2003 | Von Lars-Arvid Brischke | Kategorie: poetik

gedichte sind meine täglichen entspannungsübungen. wenn ich sie vernachlässige, leide ich unter verspannungen. verspannungen aber sind falsch gelenkte energien. dass energien entstehen oder verschwinden können, ist noch nicht beobachtet worden. sicher aber kann man sie in verschiedene energieformen konvertieren. in der einen sind sie vielleicht wirkungslos, in der anderen schädlich. sollen sie positiv sein, muss [...]



DAS GEDICHT GEHT DURCH EINEN KÖRPER UND GRÜSST NICHT MAL

16. Dezember 2002 | Von Björn Kuhligk | Kategorie: poetik

(man schreibt nur mit den poren gut)
1. das gedicht ist arbeit und boden. manchmal kann es kapital werden. niemals kann es ein aktienfonds werden. dafür ist es zu unbedeutend.
2. das gedicht fragt nicht. man geht nicht darauf zu. es geht nicht auf einen zu. es wird geschrieben.
3. das gedicht ist zettelkasten oder reflex. es ist [...]



KONTEXTE

16. Dezember 2002 | Von Monika Rinck | Kategorie: poetik

KONTEXTE: eine seite umblättern. ein anderes gedicht. das neue gedicht schafft sich seinen kontext, aus einer adverbialen fügung, aus einer privaten etymologie, die stark genug ist, einen rahmen zu schaffen. aus dem plötzlichen aufruf des einzelnen worts und seiner verkettung soll die antwort auf die frage werden: wo sind wir. obwohl gedichte sprache nicht vorrangig [...]



Polemische Poetik

17. Juni 2001 | Von Herbert Braun | Kategorie: poetik

Poetik? Das klingt nach Theorie und Lyrik, damit habe ich nicht viel zu tun. Die Theorie ist ein Afterphänomen der literarischen, der künstlerischen Praxis; wer das Gegenteil behauptet, ist ein habilitierter Sonntagsreimer oder ein Lügner. Wo liegt also der Sinn der Übung? Nach 15 Jahren Schreibpraxis voller Widersprüche und Widerrufe mag der Zeitpunkt für eine [...]