Spekulationen über US-Angriff auf Iran | tagesschau.de
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Berichte von Enthüllungsjournalist Hersh Spekulationen über US-Angriff auf Iran Über einen möglichen US-Angriff auf Iran wird seit Monaten spekuliert. Nun hat der bekannte amerikanische Enthüllungsjournalist Hersh die Diskussion neu entfacht. Seinen Informationen nach steht im Pentagon bereits eine Planungsgruppe für den Ernstfall bereit. Von Klaus Kastan, BR, ARD-Hörfunkstudio Washington
Pulitzerpreisträger Seymour Hersh: “Es ist ziemlich klar, was hier läuft.”] Ganz Washington ist eine Gerüchteküche: Über einen möglichen US-Angriff auf Iran wird seit Wochen und Monaten spekuliert, jetzt hat der Journalist und Pulitzerpreisträger, Seymour Hersh, die Diskussion neu entfacht. Hersh, der für seine exzellenten Quellen bekannt ist, schrieb in einem Beitrag für das Magazin “New Yorker”, dass im Verteidigungsministerium eine Planungsgruppe zur Vorbereitung eines Angriffs auf Iran eingerichtet worden sei. Wenn der Präsident den Befehl für einen Militärschlag geben sollte, könnte der Luftangriff innerhalb von 24 Stunden ausgeführt werden. “Es ist ziemlich klar, was hier läuft”, sagte Hersh in einem Fernsehinterview. “Seit über einem Monat spricht der Präsident immer öfter von grenzüberschreitenden Angriffen und von iranischen Einmischungen im Irak, die das Leben von Amerikanern gefährden.” Politische Beobachter stützen Hershs These Nach Ansicht politischer Beobachter sprechen mehrere Indizien für die These des Journalisten: Im Persischen Golf ist inzwischen ein US-Flottenverband um den Flugzeugträger “USS John C. Stennis” eingelaufen, von dem aus Luftangriffe auf militärische Ziele in Iran geflogen werden könnten. Auch die kürzliche Ernennung eines Admirals zum neuen Oberbefehlshaber des US-Zentralkommandos für den Nahen und Mittleren Osten spricht nach Ansicht vieler Militärexperten in Washington für einen baldigen Luftangriff. Allerdings sei ein Militärschlag gegen Iran auch unter Militärs höchst umstritten, meint Hersh: “Es steht außer Frage, dass viele führende Militärs einen Angriff gegen Iran für eine nicht sehr weise Entscheidung halten würden. Aber wenn der Präsident einen solchen Angriff anordnen sollte, dann wird es ihn auch geben.” Dementis aus dem Verteidigungsministerium Pentagon Großansicht des Bildes [Bildunterschrift: Das US-Verteidigungsministerium in Washington ] Der Sprecher des Pentagon sagte zu dem Zeitungsbericht, dass die USA keinen Krieg gegen Iran planen würden. Alle gegenteitigen Behauptungen seien schlicht falsch, irreführend und bösartig. Gleichzeitig verwies das Ministerium auf eine Rede, die US-Verteidigungsminister Robert Gates erst vor wenigen Tagen gehalten hat. “Wir suchen keine Ausrede für einen Krieg gegen Iran und wir planen auch keinen Krieg”, versprach der Minister damals. Doch die amerikanische Regierung äußerte sich zu diesem Thema in den letzten Tagen widersprüchlich. Vizepräsident Dick Cheney meinte am Wochenende, dass im Zusammenhang mit Teheran alle Optionen – also auch ein Militärschlag – auf dem Tisch liegen würden. Politisches Verwirrspiel Ganz anders wiederum hörten sich die aktuellen Äußerungen von US-Außenministerin Condoleezza Rice an. Sie sagte in Richtung Teheran: Wenn die iranische Regierung im Atomstreit einlenken würde, könne sie sich umfangreiche Verhandlungen mit dem Iran vorstellen. Politische Beobachter fragen sich: Haben sich Vizepräsident, Verteidigungsminister und Außenministerin nicht abgestimmt – oder betreiben sie hier ganz bewusst ein politisches Verwirrspiel?