lyrikkritik im darkroom der kunst
11. Februar 2009 | Von der metroprolet | Kategorie: Allgemein, aktuell, eventsKleiner Veranstaltungshinweis
Im Rahmen einer Ausstellung und Aktion (s. unten im Anhang) wird Hendrik Jackson ein Büro für Kritik eröffnen.Texte können mitgebracht werden und nach 5 verschiedenen Verfahrensweisen werden die Kritiksüchtigen entsprechend “behandelt”. Angesichts der Berlinale und der Filmwissenschaftlervergangenheit Hendrik Jacksons wurden bei dem Therapieplan cineastische Motive verwendet: Von “Marienbad” über “Meuterei auf der Bounty” bis hin zu “120 Tage von Sodom” können 6 verschiedene Therapien gewählt werden im verborgenen, unsichtbaren Zimmer der Kritik.
Wann? Sonntag,15. Februar, 19 Uhr
Wo? KW Institute for Contemporary Art
Auguststr. 69
10117 Berlin
www.kw-berlin.de
www.berlinbiennale.de
Anhang
Hotel Marienbad 005
Pressemitteilung
Ann Cotten
Kritik & Cover
15. Februar – 10. März 2009
Eröffnung: Sonntag,15. Februar, 19 Uhr
Das Pony aus der Wand verkörpert die Doppeldeutigkeit der Decke, des Covers:
changierend zwischen beruhigend und beunruhigend, wachend, schielend,
behütend, befluchend. Ein Abstand, der schwer abzuschätzen ist, zwischen Decke
und Individuum. Wie weit? Wie nah? Verlässlich sind dann nur die Muster, die
Beziehungen, in denen Abstraktion im Spiel ist. Das Pony haben wir vorgefunden.
Seit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist die Postmoderne nur noch alltäglicher
Trümmerhaufen und mit den für Postmoderne gemachten Griffen nicht mehr zu
greifen: erschlafft. Eine Drehung der Drehbühne steht an und ist bereits im Begriff:
Kritik nimmt den Platz ein, den vorher die Kunst innehatte. Das Vokabular der
Kritik, ihre harten Baumstämme nimmt sie direkt vom Anfang des 20. Jahrhunderts
wie von unter einem Sumpf die mittlerweile chemisch durch Kompression
verwandelten Gewächse, die jetzt erwachsenere Flammen nähren müssen, um
Idiome zu wärmen.
Hendrik Jackson wird im unsichtbaren Zimmer ein Büro für Kritik führen, während
im Vorderzimmer an Coverversionen von allem gearbeitet wird. Die Liste von dem,
was gecovert wird, hängt an der Wand und wird moduliert. (Ann Cotten)
Die LyrikerInnen Ann Cotten, Monika Rinck und Christian Filips beehren als fünfte Gäste
das Hotel Marienbad. Im verborgenen Zimmer eröffnet Hendrik Jackson sein Büro für
Kritik – eigene Texte können zur Kritik mitgebracht werden.
Im Rahmen dieses Hotelzimmers finden Lesungen, Vorträge und Kunst-Präsentationen
statt. Termine und Öffnungszeiten werden noch bekannt gegeben, weitere Informationen
unter www.kw-berlin.de.
Ann Cotten, geboren 1982 in Ames, Iowa, ist in Wien aufgewachsen und lebt seit 2006
in Wien und Berlin. Sie veröffentlichte Fremdwörterbuchsonette (edition suhrkamp,
2007) und Nach der Welt. Listen der Konkreten Poesie und ihre Folgen (Klever Verlag,
2008). Ihr neuestes Projekt ist die Website www.glossarattrappen.de, ein Seh- und
Leseexperiment. In unregelmäßigen Abständen veranstaltet sie in Berlin die Rotten
Kinck Schow mit Monika Rinck und Sabine Scho sowie die wissenschaftlichen Sessions
Verschwörung und Verwechslung mit Joachim Wendel.
Monika Rinck, geboren 1969 in Zweibrücken, studierte Religionswissenschaft,
Geschichte und Vergleichende Literaturwissenschaft in Bochum, Berlin und Yale. Sie
lebt nun als Autorin in Berlin und veröffentlichte Essays, Prosa und Gedichte. Bücher:
Begriffsstudio 1996 – 2001 (edition sutstein, 2001), Verzückte Distanzen (zu Klampen,
2004), Ah, das Love-Ding! (Kookbooks, 2006), zum fernbleiben der umarmung
(Kookbooks, 2007). www.begriffsstudio.de.
Christian Filips, geboren 1981 in Worms, studierte in Wien und wohnt seit 2002 als
Schriftsteller, Übersetzer und Dramaturg in Berlin. In der Sing-Akademie zu Berlin spielt
er eine wichtige Rolle. Er veröffentlichte Schluck auf Stein (Elfenbein, 2001), die
Gedichtsammlung Gedankentanker wurde zusammen mit einem poetischen Essay 2006
in der Zeitschrift Zwischen den Zeilen veröffentlicht.
Hendrik Jackson, geboren 1971 in Düsseldorf, lebt als Autor, Übersetzer, Herausgeber
und Kritiker in Berlin und ist Redakteur seiner website www.lyrikkritik.de. Er
veröffentlichte die Bände brausende Bulgen – 95 Thesen über die Flußwasser in der
menschlichen Seele (edition per procura, 2004), Einflüsterungen von seitlich (Morpheo
Verlag, 2001) und übersetzte Marina Zwetajewas Poem vom Ende/Neujahrsbrief (edition
per procura, 2003). Zuletzt erschien sein Gedichtband Dunkelströme (kookbooks, 2006).
Das Hotel Marienbad im Vorderhaus der KW Institute for Contemporary Art in Berlin
schafft im Gegensatz zum White Cube einen poetischen Raum, in dem unterschied–
lichste Ausstellungsformate und Präsentationsformen möglich sind. Das Hotel lässt sich
weder als privater noch als öffentlicher Raum eindeutig bestimmen und ist gleichzeitig
sowohl funktionaler Ort als auch künstlerische Plattform. Seinen Gästen steht frei, ob sie
eine Ausstellung präsentieren oder auch nur einen Abend gestalten. Anstelle einer
Bezahlung für Kost und Logis hinterlassen die BewohnerInnen einen künstlerischen
Beitrag, der in den Raum eingreift und ihn einem fortwährenden Wandel unterzieht. So
legt jeder Gast eine Spur, die ein Fragment des kollektiven Prozesses wird und sich im
Wachsen der Zimmernummer dokumentiert.
Gefördert von den Freunden der KW Institute for Contemporary Art.
Termine und Öffnungszeiten sowie weitere Informationen werden demnächst auf der
Website www.kw-berlin.de bekannt gegeben.
Eintritt frei
KW Institute for Contemporary Art
Auguststr. 69
10117 Berlin
www.kw-berlin.de
www.berlinbiennale.de
Weitere Informationen:
Denhart v. Harling . T +49. 30. 243459. 42 . presse@kw-berlin.de


