Lesung und Präsentation des Kunstbuches „fedre et le vilain petit icare“ mit Frédérique Loutz, Catherine Hales und Ernesto Castillo
Lesung und Präsentation des Kunstbuches „fedre et le vilain petit icare“
mit Frédérique Loutz, Catherine Hales und Ernesto Castillo
am Dienstag, dem 13. Oktober um 20 Uhr
in der Galerie Jordan Seydoux – Auguststraße 22, 10117 Berlin
Bei der ersten Vorstellung des Buches « fedre et le vilain petit icare » im Grand Palais in Paris im Rahmen der Force de l´Art 02 schnitten sich die beiden Künstler Frédérique Loutz und Ernesto Castillo in einer Performance gegenseitig die Haare ab und riefen so aus Fedra und Icar die fehlende Figur des hässlichen Entleins als Gemeinsames auf.
Diesmal zu dritt mit Catherine Hales zusammen werden die Künstler auf einer dreisprachigen Lesung (Deutsch, Französisch und Englisch) nicht nur die individuellen Schicksale der drei Hauptfiguren des Buches teilen und mitzuteilen haben, sondern das Gemeinsame des Momentes der Lesung zwischen sich suchen und aufnehmen.
Das Buch „fedre et le vilain petit icare“ entstand in der erstmaligen Zusammenarbeit von Frédérique Loutz mit dem Berliner Lyriker Ernesto Castillo, der die deutschsprachigen Texte für „fedre et le vilain petit icare“ verfasste.
Die Zeichnungen und die Texte des Buches enstanden zwischen 2008 und 2009 in Berlin und wurden im Frühjahr 2009 bei Michael Woolworth Editions in Paris in einer 33-ger Auflage als Kunstrucke zu je drei Boxen mit insgesammt 33 Zeichnungen und 11 Texten publiziert.
Im Zusammenhang mit der Arbeit am Buch „fedre et le vilain petit icare“ entstanden großformatige Bleistift-Zeichnungen, die bereits im September 2008 in der Französischen Botschaft in Berlin in der Ausstellung „In den Federn“ gezeigt wurden und die sich gegenwärtig in der Galerie Frissiras in Athen befinden. „fedre et le vilain petit icare“ wurde unter anderem in Frédérique Loutzs Pariser Galerie – Claudine Papillon – ausgestellt und auf der Force de l‘Art 02 im Frühjahr 2009 in Paris mit einer Performance dem Publikum präsentiert.
Der Schwerpunkt der Zeichnungen wie der Texte liegt in der Verbindung von Mythologie und Märchen, des guten wie des bösen Endes. Die Unentschiedenheit Fedras steht der Determination Icars gegenüber wie dem unbewussten Schicksalsvertrauen des verlässlichen Entleins. Wo Fedra sich ganz ihrem Gewicht und der Erde hingibt, versucht Icar zu fliegen, das verlässliche Entlein dagegen steht ohne Motivationen im Raum, frisst und wächst unbewusst bis zu dem Tag, an dem es sich von alleine als Schwan entpuppen wird. Es geht um Gewichte und Gravitationen.
Aufgrund dieser Hybridität treten in den Zeichnungen und Texten die Motive des Begehrens des Fleisches, also Sex, Essen, Wachstum und Verwandlung, zu Tage. So ergibt sich eine Condition Humaine, die in der psychopathologischen Verfasstheit der gegenwärtigen Existenz des Einzelnen resultiert und ihm mit Mythologie und Märchen Grund und Himmel gibt.
Nicht zuletzt besteht der Reiz des Buches auch in der Zusammenarbeit von Zeichnung und Text, die sich auf verschiedene Manier mit der gleichen Materie befassen. „Man schreibt mit der Feder wie man mit der Feder zeichnet“.
Frédérique Loutz beschäftigt sich seit längerem mit Drucken und Büchern, „fedre et le petit vilain icare“ ist ihr jüngstes Buch. U. a. war die Künstlerin zwischen 2006 und 2007 Resident in der Villa Medici in Rom, sowie 2009 beteiligt am Guerlain Preis, der für Zeichnungen ausgeschrieben ist und von Sammlern vergeben wird. Zusammen mit Ulrich Lamsfuss war sie Preisträgerin des Frissiras Award 2006. In diesem Jahr war sie u.a. beteiligt an der Force de l‘Art 02 und ist aktuell in der Gruppenausstellung elles@centrepompidou im Centre Georges Pompidou in Paris zu sehen, in der das Centre Pompidou ausschließlich Künstlerinnen aus seiner Sammlung vorstellt.
Parallel zur Lesung läuft noch bis zum 24. Oktober die Austellung „federATION“ in der Galerie Jordan Seydoux, in deren Rahmen auch weitere Lithographien und Zeichnungen von Frédérique Loutz gezeigt werden.
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Und zum Schluss noch ein grosses Dankeschön an Matthias Kehle, der diese Veranstaltung freundlicherweise auch auf seinem Blog “Lyrikzeitung & Poetry News” weiterverbreitet.