Dreisprachige Lesung aus Feder, Icar und das verlässliche Entlein

Lesung in Englisch, Französisch und Deutsch am Dienstag 13. Oktober um 20 Uhr mit Frédérique Loutz, Catherine Hales und Ernesto Castillo der Texte von Ernesto Castillo aus dem Kunstbuch “fedre et le vilain petit icare” in der Galerie Jordan Seydoux (Auguststraße 22 in 10117 Berlin) Beginn: 20.00

Vom 11. September bis 24. Oktober 2009 stellt französische Zeichnerin Frédérique Loutz ebenfalls in der Galerie Jordan Seydoux (Auguststraße 22 in 10117 Berlin) ihre neuen druckgrafischen Arbeiten vor. Loutz pendelt zwischen Frankreich und Deutschland und zählt zu den interessantesten französischen KünstlerInnen der jüngeren Generation. Das Zentrum der „federATION“ betitelten Ausstellung, die Farblithografien aus dem Berliner Atelier Tabor Presse sowie weitere Zeichnungen der Künstlerin zeigen wird, bildet das Buch „fedre et le vilain petit icare“, dessen Zeichnungen zwischen 2008 und 2009 in Berlin entstanden sind und das im Frühjahr 2009 bei Michael Woolworth Editions in Paris erschienen ist. Im Zusammenhang mit der Arbeit am Buch „fedre et le vilain petit icare“ entstanden großformatige Bleistift-Zeichnungen, die bereits im September 2008 in der Französischen Botschaft in Berlin in der Ausstellung „In den Federn“ gezeigt wurden und die sich gegenwärtig in der Galerie Frissiras in Athen befinden. „fedre et le vilain petit icare“ wurde unter anderem in Loutzs Pariser Galerie – Claudine Papillon – ausgestellt und auf der Force de l‘Art 02 im Frühjahr 2009 in Paris mit einer Performance dem Publikum präsentiert. Das Buch entstand in der erstmaligen Zusammenarbeit mit dem Berliner Lyriker Ernesto Castillo, der die deutschsprachigen Texte für „fedre et le vilain petit icare“ verfasste. Der Schwerpunkt der Zeichnungen wie der Texte liegt in der Verbindung von Mythologie und Märchen, des guten wie des bösen Endes. Die Unentschiedenheit Fedras steht der Determination Icars gegenüber wie dem unbewussten Schicksalsvertrauen des verlässlichen Entleins. Wo Fedra sich ganz ihrem Gewicht und der Erde hingibt, versucht Icar zu fliegen, das verlässliche Entlein dagegen steht ohne Motivationen im Raum, frisst und wächst unbewusst bis zu dem Tag, an dem es sich von alleine als Schwan entpuppen wird. Immer geht es so auch um Gewichte und Gravitationen. Aufgrund dieser Hybridität treten in den Zeichnungen und Texten die Motive des Begehrens des Fleisches, also Sex, Essen, Wachstum und Verwandlung, zu Tage. Derart ergibt sich eine Condition Humaine, die in der psychopathologischen Verfasstheit der gegenwärtigen Existenz des Einzelnen resultiert und ihm mit Mythologie und Märchen Grund und Himmel gibt. Nicht zuletzt besteht der Reiz des Buches auch in der Zusammenarbeit von Zeichnung und Text, die sich auf verschiedene Manier mit der gleichen Materie befassen. Man schreibt mit der Feder wie man mit der Feder zeichnet. Frédérique Loutz beschäftigt sich seit längerem mit Drucken und Büchern, „fedre et le petit vilain icare“ ist ihr jüngstes Buch. U. a. war die Künstlerin zwischen 2006 und 2007 Resident in der Villa Medici in Rom, sowie 2009 beteiligt am Guerlain Preis, der für Zeichnungen ausgeschrieben ist und von Sammlern vergeben wird. Zusammen mit Ulrich Lamsfuss war sie Preisträgerin des Frissiras Award 2006. In diesem Jahr war sie u.a. beteiligt an der Force de l‘Art 02 und ist aktuell in der Gruppenausstellung elles@centrepompidou im Centre Georges Pompidou in Paris zu sehen, in der das Centre Pompidou ausschließlich Künstlerinnen aus seiner Sammlung vorstellt. Parallel zu der Ausstellung werden weitere Arbeiten von Frédérique Loutz vom 20. Sept. – 20. Okt. im Restaurant „Le Gavroche“, Oderberger Straße 22, 10435 Berlin-Pzb zu sehen sein, dessen Tischdecken die Künstlerin zu diesem Anlass in limitierter Auflage gestalten wird.

From 11 September to 24 October 2009, French graphic artist Frédérique Loutz will be presenting her new prints in the Galerie Jordan Seydoux (Auguststraße 22 in 10117 Berlin) . Loutz, who divides her time between France and Germany, is one of the most interesting French artists of the younger generation. At the heart of the exhibition, ‘federATION’, which will be showing colour lithoprints from the Berlin Tabor Presse studio as well as other drawings by the artist, will be the book fedre et le vilain petit icare, the drawings for which were made between 2008 and 2009 in Berlin and which was published by Michael Woolworth Editions in Paris in Spring 2009. For the work on the book fedre et le vilain petit icare, large-format pencil drawings were created, which have already been shown in the French Embassy in Berlin in the exhibition ‘In the Feathers’ in September 2008 and are currently in the Frissiras Gallery in Athens. fedre et le vilain petit icare has also been shown in Loutz’s Paris gallery, Claudine Papillon, and presented to the public with a performance at the Force de l‘Art 02 in Spring 2009 in Paris. The book came into being as the artist’s first collaboration with Berlin poet Ernesto Castillo, who wrote the German texts for fedre et le vilain petit icare. The focus of both drawings and texts is on the intertwining of myth and fairy tale, of the good and bad ending. The indecisiveness of Fedra is contrasted with the determination of Icar and the reliable duckling’s unconscious trust in fate. While Fedra yields wholly to her weight and being earth-bound, Icar tries to fly, and the reliable duckling lacks all motivation, eating and growing unconsciously until the day when of its own volition it will reveal itself to be a swan. The texts deal throughout, too, with weight and gravity. This hybridity means that motifs of desires of the flesh, i.e. sex, eating, growth and transformation, emerge in both drawings and texts, amounting to a condition humaine which reveals the psycho-pathological state of being of the contemporary existence of the individual, providing her with grounding and sky through myth and fairy tale. Not least, the attraction of the book is in the combination of drawings and texts which deal with the same material in different ways. The pen, the ‘Feder’, is used to write as well as to draw. Frédérique Loutz has been involved with printing and books for some time. fedre et le petit vilain icare is her latest book. Among other distinctions, the artist was an artist-in residence in the Villa Medici in Rome between 2006 and 2007, and was a joint winner of the 2009 Guerlain Prize, which is awarded by collectors for drawings. Together with Ulrich Lamsfuss, she was a winner of the 2006 Frissiras Award. She took part this year in the Force De l‘Art 02 and can currently be seen in the group exhibition elles@centrepompidou in the Centre Georges Pompidou in Paris, in which the Centre Pompidou presents exclusively women artists from its collection. Besides the show in the gallery, works of Loutz will be presented from 20th Sept. to 20th October in the french restaurant Le Gavroche, Oderberger Straße 22, 10435 Berlin-Pzb. During this periode the guests will eat on tablecloths designed by Loutz and printed in a limited edition.

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